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Mission: Impossible - Fallout Poster

„Mission: Impossible 6 Fallout“ Kritik: Die hausgemachte Action lässt euch den Atem stocken

Teresa Otto  

Ethan Hunt ist zurück. Zum sechsten Teil der Action-Reihe führt uns Tom Cruise erneut mit waghalsigen Stunts rund um den Globus. Doch kann sich die Action sehen lassen?

Natürlich kann und sollte man sich die Frage stellen, ob es wirklich einen 6. Teil wie „Mission: Impossible – Fallout“ braucht. Tom Cruise ist längst nicht mehr so fit, wie es zum ersten Teil vor über 20 Jahren der Fall war. Die Geschichte wiederholt sich zunehmend. Und getreu dem Prinzip „schneller, höher, weiter“ sind schon andere Blockbuster an ihrer eigenen Formel krepiert.

Und was soll uns noch geboten werden, wenn Tom Cruise in den Vorgängern bereits an einem der größten Wolkenkratzer der Welt herab und hinauf geklettert ist, oder er mit bloßer Manneskraft den Start eines Flugzeugs an der Außentür hängend heil überlebt. Oder er den Tauchgang in einem Hochsicherheitsschloss/Wasserkraftwerk besteht – ohne Kratzer? Oder, oder, oder? Was soll da noch kommen?

Älter, Schneller, Besser: Tom Cruise

Mit 56 Jahren beweist Tom Cruise, dass er Starqualitäten hat, um auch weiterhin einen Actionfilm zu tragen. Er rennt quer durch London ohne am Ziel aus der Puste zu sein, fährt wie ein Besessener durch die Straßen von Paris, verfolgt von Polizisten, Gegnern und Gangs, und darf im Schlussakt sogar einen Helikopter durch den Himalaya fliegen. Das macht Mr. Cruise natürlich alles ungedoubelt – ist doch klar. Man muss kein Arzt sein, um sich die Frage zu stellen: Warum stirbst du dabei nicht?

Wie viele Schutzengel auch immer über Tom Cruise wachen, den Zuschauer freut’s! Egal, ob bei einer brenzligen Verfolgungsjagd alles abverlangt wird, er sich aus einem Flugzeug per Fallschirmsprung durch ein Gewitter wagt (Ja, ihr habt richtig gelesen!) oder ein Klippenabhang unter ihm seinen sicheren Tod bedeutet, während anderswo der Countdown zum Ende der Welt gen 0 herunter rast: Tom Cruise ist immer zur Stelle. Zum Wohle der Unterhaltung. Denn mittlerweile macht er das alles mit einem gewissen Augenzwinkern.

Verzicht auf Handlung zum Wohle der Unterhaltung

Die typischen Bestandteile der „Mission: Impossible“-Marke kommen im sechsten Teil natürlich nicht zu kurz: Lebensechte Masken für die Verwirrung der Gegner, eine Bedrohung, die erst in letzter Sekunde gestoppt werden kann, Twists und Aufdeckungen im Minuten-Takt, die euch diesmal sogar an der tugendhaften Moral eines Ethan Hunt zweifeln lassen und seine lebensmüden Stunts – in jeder einzelnen Actionszene.

Das Ganze wird von einer zumeist hanebüchenden Story zusammengehalten. Einige Twists erkennt ihr schon im Keim, während die MacGuffins nuklearer Natur sind. Dennoch: Die große Rahmenstory fühlt sich bei all der Action, Komik und Dramatik ihrer Charaktere nicht inkonsequent an. Als Zuschauer wünscht man sich wirklich, dass sie nicht so viel reden, sondern einfach ein paar Schläge austeilen, wenn alles so anschaulich und ergreifend choreographiert ist.

Altes Team und neue Action-Helden

Der eingespielte Cast rund um Tom Cruise, Ving Rhames, Simon Pegg und Rebecca Ferguson zündet neben all der Action auch Gags und augenzwinkernde Seitenhiebe am laufenden Band. Simon Pegg wird mit seinem komödiantischen Feingefühl verstärkt eingesetzt, Ving Rhames zeigt sich von seiner sensiblen Seite und Rebecca Ferguson ist die Coole und Taffe im IMF-Team. Die Stärken und Schwächen jedes einzelnen sind längst klar und fügen sich zum stimmigen Ganzen zusammen.

Der neue im Bunde, Henry Cavill, beweist mit mehr Muskelmasse als alle vier zusammen, dass er nicht umsonst als Superman für gute Action steht. Er wird als Wachhund bestellt um Ethan Hunt mit Argusaugen bei seiner Mission zu verfolgen. Dabei beweist er sogar in brenzligen Situationen ein Gefühl für Komik. Als Bond-Girl-Verschnitt versucht sich Vanessa Kirby als Verführerin und klingt dabei so rauchig, wie der Whiskey, den sie trinkt.

Doch der heimliche Star der Neuzugänge ist Liang Yang. Zugegeben, ihm gebührt nur eine Szene. Selten genug ist man allerdings Zeuge, wenn ein Martial Arts-Fighter gegen zwei Hau-Drauf-Kämpfer wie Tom Cruise und Henry Cavill antritt. Wir sind uns sicher: Der gebürtige Stuntmann (zB. „Skyfall“, „Game of Thrones“ als Oberyn Martell) wird mit diesem Debüt auch weitere Rollen ähnlicher Art an Land ziehen können. Diese Szene geht nicht nur unter die Haut, sondern setzt sich auch im Kopf fest.

Action vom Feinsten!

Regisseur McQuarrie ist ein Verfechter der praktikablen Action, das merkt man in jeder Sekunde von „Mission: Impossible – Fallout“. Während andere Blockbuster auf CGI setzen, wird hier Realitätsnähe groß geschrieben. Mit einem Star wie Tom Cruise darf diese Entscheidung nicht verwundern, der sich während eines selbst ausgeführten Stunts den Knöchel vor laufernder Kamera gebrochen hat. Diese Szene ist nicht nur Teil des Films, sondern tut dem Zuschauer auch richtig weh. Als Ethan Hunt rennt er natürlich munter (humpelnd) weiter über Stock und Stein.

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Das Ergebnis überzeugt und überrascht: Während man in den Vorgängern vielleicht 3-5 Actionszenen hatte, die gesessen haben, bekommt ihr hier locker 10 geboten, die euch den Atem stocken lassen. Allein durch die kluge Kameraarbeit von Rob Hardy, gepaart mit dem stimmigen Soundtrack von Lorne Balfe, abgerundet von der Stunt-Choreografie von Wolfgang Stegemann dürfen sich andere Filmemacher gern eine Scheibe von der hausgemachten Action abschneiden.

Hier sitzt jeder Schlag, jeder Stunt, jede Verfolgungsjagd (wovon es mindestens 4 gibt!) und jede Verwendung von Hilfsmitteln (z.B. ein Abflussrohr). Dieser Blockbuster hält alles bereit, was euer Action-Herz begehrt! Und ein kleines Wunder: Trotz der Laufzeit von 2,5h kommt kein Funken von Langeweile auf!

Fazit:

Tom Cruise läuft erneut zum Wohle der Erde und bietet euch alles was das Actionherz will: Spannung, Spaß und hausgemachte Action, die euch den Atem stocken lassen wird. Schnallt euch an, macht euch bereit, kauft euch eure Kino-Tickets: „Mission: Impossible 6 – Fallout“ ist DER Action-Blockbuster des Sommers.

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